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Geheime Formel: Hilft die SCHUFA Banken bei Preisdiskriminierung?

Ein kritischer Bericht des ZDF über die Scoring-Methoden der SCHUFA sorgt für Aufsehen. Die Auskunftei bewertet das Kreditausfallrisiko von Verbrauchern für unterschiedliche Banken mit stark differierenden Scores.

Wäre das Absicht, könnte die SCHUFA damit in den Kreditmarkt eingreifen - und zwar zugunsten ihrer größten Anteilseigner.

Weiter gedacht könnte das geheime Scoring Kreditinstitute bei gewinnmaximierender Preisdiskriminierung unterstützen. Es gäbe sinnvolle Alternativen zum intransparenten Score.

Ein kritischer Bericht des ZDF über die Scoring-Methoden der SCHUFA sorgt für Aufsehen. Die Auskunftei bewertet das Kreditausfallrisiko von Verbrauchern für unterschiedliche Banken mit stark differierenden Scores. Wäre das Absicht, könnte die SCHUFA damit in den Kreditmarkt eingreifen - und zwar zugunsten ihrer größten Anteilseigner.

In dem ZDF-Beitrag wurde der Fall eines Unternehmensberaters betrachtet. Dessen SCHUFA-Scores für Spezialkreditinstitute, zu denen z. B. Social Lending-Plattformen wie smava oder auxmoney zählen, indizierten ein sehr hohes Kreditausfallrisiko. Die Scores für "gewöhnliche Banken" fielen dagegen sehr günstig aus.

Scoring und Interessenskonflikte

Hier drängt sich die Problematik eines Interessenskonflikts geradezu auf. Die SCHUFA Holding AG ist im Besitz ihrer wichtigsten Vertragspartner, darunter vornehmlich große Banken und Sparkassen. Durch abweichendes Scoring könnte die Auskunftei gute Kunden mit schlechten Scores gegenüber aufstrebenden Konkurrenten ihrer Hauptanteilseigner abwerten und so das Umsatzpotenzial dieser Anbieter reduzieren – schließlich fließen die Scores als ganz wesentlicher Bestandteil in die Vertragsentscheidungen von Banken und Co. mit ein.

Die SCHUFA könnte derlei Verdachtsmomente leicht aus der Welt schaffen, indem sie ihre Bewertungsmethoden offenlegt. Dagegen sträubt sich die Auskunftei jedoch mit Erfolg: Anfang des Jahres entschied der BGH, dass das Geschäftsgeheimnis des Wiesbadener Unternehmens über den Auskunftsanspruch von Verbrauchern zu stellen sei. Ohne Änderungen auf Ebene der Gesetzgebung wird es deshalb kaum möglich sein, die SCHUFA zu mehr Transparenz zu bewegen.

Preisdiskriminierung mit Scorewerten?

Bislang sind die Methoden der SCHUFA eine Blackbox, weil die entscheidenden Kriterien für die Bewertung der Kreditwürdigkeit nicht genannt werden: Die maßgeblichen Kriterien und ihre Gewichtung. Damit gibt die SCHUFA den öffentlichen Diskurs für Spekulationen frei. Ist es auszuschließen, dass die Auskunftei einigen Banken bei der Gewinnmaximierung behilflich ist? Denkbar wäre das auf dem Weg der Preisdiskriminierung.

Preisdiskriminierung läge im Kreditgeschäft vor, wenn für ein identisches Ausfallrisiko unterschiedliche Zinssätze angesetzt würden. Banken könnten die Zahlungsbereitschaft verschiedenen Kunden optimal abschöpfen, wenn sie über die dafür notwendigen Informationen verfügen könnten. Zu den entscheidenden Informationen gehört dabei die Bereitschaft eines Kunden, viele Angebote zu vergleichen und ggf. auch die Bank zu wechseln.

Und hier gehen, bis die SCHUFA das Gegenteil darlegt, die Spekulationen los. Die SCHUFA speichert nicht nur Daten zu abgeschlossenen Verträgen, sondern auch zu Kreditanfragen. Ist es vorstellbar, dass de SCHUFA "Bewegungsprofile" von Verbrauchern erstellt und Banken damit in die Hände spielt?

Optimierte Scores für gläserne Bankkunden?

Ein fiktives Beispiel soll verdeutlichen, wie es gehen könnte. Kunde A sitzt bei seiner Hausbank, die eine Kreditanfrage stellt. Kunde A hat bislang alle seine Kredite bei dieser Bank aufgenommen und führt dort auch sein einziges Girokonto bereits seit 15 Jahren. Kreditanfragen bei anderen Banken fanden nicht statt. Der Kunde hat eine Top-Bonität und müsste eigentlich der höchsten Rating-Stufe zugeordnet werden. Doch tatsächlich liegt er einige Stufen darunter.

Kunde B hat exakt dieselbe ("echte") Bonität wie Kunde A und sitzt bei derselben Bank im Kreditgespräch. Er hat in der Vergangenheit mehrere Ratenkredite bei unterschiedlichen Banken aufgenommen und führt mehrere Kreditkarten- und Girokonten bei unterschiedlichen Direktbanken. Sein Score weist jedoch tatsächlich den bestmöglichen Wert auf.

Mit anderen Worten: Wenn die Flexibilität eines Kunden in die Scorewerte mit einfließen würde könnten Banken mehr Geld verdienen, weil sie nur den Kunden auch die angemessene Bonität zuordnen müssten, die bei einem zu schlechten Angebot sonst mit einer großen Wahrscheinlichkeit eine andere Bank aufsuchen. Die Datenbasis großer Auskunfteien gibt diese Möglichkeit vermutlich her.

Wie transparentes Scoring aussehen könnte?

Um es noch einmal klarzustellen: Bislang gibt es keinerlei belegbare Hinweise in dieser Richtung: Die obigen Gedankengänge sind reine Spekulation ohne nachgewiesene faktische Grundlage. Es ist jedoch angebracht die machtvolle Position der SCHUFA und die intransparente Umsetzung der Scoring-Methoden zu hinterfragen, auch wenn Wirtschaftsauskunfteien an sich nachgewiesenermaßen zu einem besseren Funktionieren des Kreditmarktes beitragen.

Insbesondere ist zu hinterfragen, warum Scoring im Hinterzimmer ablaufen muss. Die SCHUFA argumentiert, offen bekannte Scorewerte wären anfällig für Manipulation. Doch ist das wirklich zwingend der Fall? Wäre nicht eine sehr sanft abgestufte, öffentlich einsehbare Skala mit z. B. 25 Bonitätsstufen und ihrer jeweils exakten Zusammensetzung realisierbar?

Wenn tatsächliche Vertragsdaten - und nicht etwa Geo-Daten zum Wohnumfeld - die Basis dieser Skala wären ließen sich das Potenzial von Manipulationen leicht begrenzen, indem entsprechende Auffälligkeiten in der Berechnung mit Obergrenzen, Zeitfiltern etc. geglättet werden. In Kombination mit der Eigenauskunft zu Einkommen, Vermögen etc. könnte sich durchaus ein solides Ratingsystem entwickeln lassen, das Kreditausfälle begrenzt und faire Zinsen ermöglicht. Einen (zunächst experimentellen) Versuch wäre es wert!

Alle Angaben ohne Gewähr. Dieser Beitrag wurde sorgfältig recherchiert und gibt den Sachstand vom 31.07.2014 wieder. Neuere Entwicklungen sind im Beitrag nicht berücksichtigt. Eine Haftung für Inhalte wird nicht übernommen.

Kommentare zu diesem Beitrag

Sergej W. schrieb am 31.07.2014 um 22:06 Uhr:
Ja, die SCHUFA sollte dies freiwillig, wenn nicht dann, sollte gesetzlich/richterlich verpflichtet werden

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Veröffentlicht am: 31.07.2014

Abrufe: 4953

Schlagwörter: Schufa Scoring, geheime Formel, gewinnmaximierende Preisdiskriminierung, kritischer Bericht des ZDF

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