
Score Zocker können mit dem Begriff Score sicher mehr anfangen als ein unbedarfter Kreditwilliger. Für die Englische Vokabel Score gibt es weit über 10 Übersetzungen. Sie reichen von der „Auswertung“ über „Punktzahl“ bis hin zu „Spiel- oder Punktestand“. Auch „Trefferzahl“ kommt als Übersetzung in Frage.
Die Schufa jedoch hat ihre eigene Ansicht vom Scoring. Sie drückt damit aus, wie wahrscheinlich es ist, dass ein Kunde seinen Zahlungsverpflichtungen vertragsgemäß nachkommt. Damit ist noch lange nicht alles erklärt, denn sofort werden viele Fragen zum Score aufgeworfen. Was wird ausgewertet? Welche Punktzahl ist gut und wie ist mein Punktestand? Das würden wir als potentielle Kreditnehmer doch gerne wissen, oder?
Um einen Score zu erstellen, besinnt sich die Schufa unserer Wurzeln und geht unter die Jäger und Sammler. Dabei werden keine Beeren gesammelt, sondern Erfahrungen, um daraus eine möglichst zuverlässige und objektive Prognose für die Zukunft zu erstellen. Ein Wust von Daten wird dazu computergestützt analysiert und mathematisch-statistisch ausgewertet.
Auch wenn es das Scoring in den USA schon vor dem 1. Weltkrieg gab, so hat sich die Schufa bis 1990 Zeit gelassen, um Mathematiker und Statistiker mit der Erstellung von Scores zu beauftragen. Es soll so gut sein, dass regelmäßig prüfende Universitäten und unabhängige Fachinstitute das Score System für aussagekräftig halten. Soweit die Aussage der Schufa über ihre Errungenschaft. Dabei lassen die Datenmischer offenbar alles weg, das da nicht hinein gehört und diskriminierend ist. Das Scoring wird nur anhand von Daten erstellt, die die gescorten Personen auch in Ihrer Eigenauskunft sehen. Dazu gehören die Anzahl und Art der Kreditaktivitäten, eine Liste über Zahlungsausfälle oder Informationen darüber, seit wann der Kunde bereits Erfahrungen mit Kreditgeschäften nachweisen kann. Nationalität, Beruf, Einkommen, Familienstand und Wohngegend spielen da keine Geige. Mehr noch: Diese Daten werden von der Schufa erst gar nicht erfasst (sagt sie).
Ist es dann mit einem einzigen Scorewert getan, wenn sich ein Kreditgeber über jemanden informieren will?
Mitnichten. Einer reicht da beileibe nicht. Immerhin macht es ja auch einen Unterschied, ob der Kunde ein paar Socken beim Versandhandel auf Pump kauft, oder ob er eine Unternehmervilla ins Auge gefasst hat. Um da den gebührenden Unterschied herzustellen, hat die Schufa mehrere branchenspezifische Scoremodelle entwickelt. Eine Person kann sich also mehrerer Scorewerte über sich erfreuen. Blicken wir denn da noch durch, wenn wir eine Eigenauskunft einholen? Ja, sagt die Schufa – und stellt einen Basisscore zur Verfügung. Dieser ist keine feste Größe, sondern veränderlich. Immerhin ändern sich ja auch die Daten über uns, neue kommen hinzu, alte werden gelöscht. Außerdem unterliegen die Berechnugnsmodelle einer ständigen Prüfung und eventuellen Anpassung.
Wem das stinkt, so berechnet zu werden wie die Durchschnittstemperatur und wer nicht möchte, dass solche Mittelwerte an irgendwelche Vertragspartner übertragen werden, der kann das abbestellen. Es kostet nichts, außer einer Briefmarke für einen Brief an folgende Adresse:
SCHUFA Holding AG Verbraucherservicezentrum Hannover Postfach 56 40; 30056 Hannover
Zu überlegen ist, dass ohne Scoring vielleicht keine Vertragsabschlüsse mehr möglich sein werden. Zumindest büßen entsprechende Abschlüsse womöglich an Schnelligkeit und Einfachheit ein. Außerdem erhalten Sie in Ihrer Eigenauskunft dann auch keinen Basisscore mehr angezeigt. Aber das wollten wir dann ja sowieso nicht, oder?
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